Willkommen bei Hans Dieter Schreeb
Arbeit und biografische Angaben
Sie erhalten hier einen Einblick in meine Arbeit und meine Biografie. Lesen Sie über meine Romane Primadonna, Hinter den Mauern von Peking, Hotel Petersburger Hof. Informieren Sie sich bitte über meine Arbeit für Funk, Fernsehen und Theater. Außerdem finden Sie hier alle Kontaktadressen, soweit sie für meine Arbeit wichtig sind.
Drei neue DVD’s – Serien von Thiemt/Schreeb
Pidax, der erfolgreiche vielseitige Film- und Hörspiel-Verlag, hat schon einige Serien des TV-Autorenduos Thiemt und Schreeb auf DVD herausgebracht. Anfang 2027 erscheinen bei Pidax drei weitere ungewöhnliche Arbeiten der beiden Autoren: Die Fahrt nach Schlangenbad, Der Herr Kottnik und Patienten gibt’s.
Alle drei auch Jahrzehnte nach ihrer Erstausstrahlung im ZDF erstaunlich jung und erstaunlich frisch.
Hans Dieter Schreeb dazu in einem Interview: »Ich bin wirklich froh, dass ich bei Pidax immer wieder bedacht werde. Die DVD’s geben meiner Fernsehzeit etwas Dauerhaftigkeit und Wahrheit. Sie beweisen: Unsere Arbeiten haben sich immer vom Allgemeinen abgehoben; mal hatten sie eine bessere Grundidee, mal einen besonderen Ton. Etwas anderes als der Durchschnitt waren sie jedenfalls immer. Mit den DVDs in der Hand kann ich das nicht nur behaupten, sondern auch belegen. Allerdings: Mittlerweile kann ich sowieso behaupten, was ich will; aus dieser Ära ist niemand mehr da, der mir widersprechen könnte.«
DIE FAHRT NACH SCHLANGENBAD

Ein ungewöhnlicher Psychokrimi: Niemand wird ermordet; der einzige Tote stirbt eines natürlichen Todes. Und dennoch Spannung bis zur letzten Minute.
Die Geschichte spielt im Rheingau, in den harten Zeiten kurz nach dem Ersten Weltkrieg: Der ehemalige Leutnant Richard Dewald hat Arbeit bei den französischen Besatzungstruppen gefunden und sich prompt in Schiebereien zwischen Franzosen und Deutschen verwickelt. Unter anderem hat er den Kaufmann Alfred Wittkowsky mit den Franzosen bekannt gemacht - weil er eine Liaison mit dessen Frau Alma hat. Als die Gaunerei auffliegt, verlässt er die Kaserne und findet Unterschlupf bei seinem ehemaligen Obersten von Blum. Blum, Besitzer eines Weingutes am Rhein, nimmt seinen früheren Adjutanten auf, aber nicht ohne Berechnung. Er soll Klaus, seinen Sohn und einzigen Erben, in die Spur bringen. Vater und Sohn verbindet kaum etwas. Entsprechend ist Klaus erst abwartend-vorsichtig. Doch dann schließt er sich mit fliegenden Fahnen dem neuen Bewohner des Gutes an. Bald verfolgt der alte Blum dieses Verhältnis mit Misstrauen.
Dewald versucht mit allen Mitteln, seine Stellung auf dem Gut zu festigen und lässt deswegen Hedwig kommen, ein junges Mädchen, das er Klaus zuschanzen will. Er denkt, er kann mit Hedwigs Hilfe Klaus von sich abhängig machen. Um seine Absichten zu kaschieren, gibt er Hedwig als seine Frau aus. Bei Richard Dewald ist eben jede Handlung reine Berechnung. Aber er verrechnet sich; er kann und will Menschen einfach nicht so sehen, wie sie sind, sondern so, wie er sie braucht.
Regie dieser ZDF-Produktion hatte Stanislav Barabas, einer der Pioniere der tschechoslowakischen Neuen Welle. Nach dem Prager Frühling musste er fliehen und wurde in Deutschland bald als der Literat unter den Regisseuren geschätzt. Verschiedene Roman-Verfilmungen brachten ihm internationalen Erfolg und festigten seinen Ruf, menschliche Isolation und psychologische Abgründe meisterhaft zu inszenieren.
Auch hier, in Die Reise nach Schlangenbad, beweist Barabas diese Fähigkeiten.
Die Schauspieler sind hervorragend: Unter anderem spielen Willi Kowalj, Anja Kruse und Friedrich Karl Praetorius. Der Rainer-Werner-Fassbinder-Star Kurt Raab spielt Alfred Wittkowsky. Bestechend seine Präsenz für exzentrische, psychologisch vielschichtige und latent bedrohliche Figuren.
Kamera: Gero Erhardt, der später selbst ein erfolgreicher Regisseur war.
DER HERR KOTTNIK
Die Vorabend-Serie Der Herr Kottnik ist das bürgerliche Drama in sich: Es geht ums Erben, und nur darum.
In der ersten Folge erfährt man vom Erblasser nur, dass er zuletzt etwas merkwürdig war. Ansonsten drehen sich alle (sehr flotten) Dialoge nur um die Fragen: Gibt es ein Testament? Wo ist es? Werde ich darin bedacht? Und wie?
Danach gibt es zwölf weitere Folgen lang Intrigen, Manipulationen, familiäre Spannungen und Machtkämpfe. Dass man das alles sehen will, und sogar sehr gerne sehen will, liegt vor allem an der Titelfigur Alfred Kottnik, verkörpert von dem bekannten bayerischen Volksschauspieler Walter Sedlmayr. Er spielt den Druckereibesitzer Kottnik, der auf Biegen und Brechen den elterlichen Betrieb weiterführen will. Und er spielt ihn mit einer solchen Glaubwürdigkeit, dass man meint, er habe im Leben noch nie etwas anderes gemacht, als eine Druckerei zu leiten.
Der Begriff Volksschauspieler war dabei einfach Teil der Werbung; Sedlmayr selbst konnte sehr wütend werden, wenn man ihn darauf reduzieren wollte. Er sah sich (und war es auch) als einen großen, vielschichtigen Charakterdarsteller, dem der bayerische Grantler eben besonders gut lag.
Die Serie der Autoren Hans-Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb war Sedlmayers Durchbruch im bundesdeutschen Fernsehen. Danach spielte er Hauptrollen in Kultserien wie Polizeiinspektion 1 oder Der Millionenbauer - oft mürrisch, eigenwillig und grantelnd, aber im Kern herzensgut.
- Die Kritiken zu Der Herr Kottnik waren von Anfang an positiv. Heute wird die Serie in einschlägigen Fachbüchern und Retrospektiven als charmantes Zeitdokument gewertet, das den typischen kleinbürgerlichen Humor der Epoche einfängt.
Pidax zur Serie: »In weiteren Hauptrollen spielen Margot Trooger („Der Hexer“) und Reinhard Kolldehoff („Die große Sause“) sowie Wilfried Klaus („Soko 5113“). In Gastrollen sind so beliebte Volksschauspieler wie Max Grießer und Willy Harlander zu sehen.«
PATIENTEN GIBT’S
Patienten gibt’s ist eine zehnteilige Arzt-Comedyserie des ZDF aus dem Jahr 1983. Autoren der Serie: Hans-Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb.
Während klassische deutsche Arztserien dieser Ära meist sehr ernst oder melodramatisch inszeniert waren, stach die von Regisseur Ralf Gregan umgesetzte Serie durch ihren humorvollen Blick auf den Klinikalltag heraus.
Die Serie spielt fast nur in Zimmer 101 eines beliebigen, durchschnittlichen Krankenhauses. Und die Hauptpersonen sind Patienten, nicht Ärzte, nicht Schwestern, nicht einmal Oberschwestern. Die Hauptpersonen sind der quirlige Handelsvertreter Heck und der pensionierte Schiffskoch Brenner, die wegen unklarer Bauchbeschwerden wochenlang im Krankenhaus bleiben müssen und hier das (damals?) starre System des Krankenhausbetriebs durcheinander bringen.
Nach und nach werden die typischen Konflikte mit nörgelnden Mitpatienten und dem geldgierigen Chefarzt durchgespielt. Das Publikum und die Kritik schätzten insbesondere das Zusammenspiel der Hauptdarsteller Dirk Dautzenberg (als brummiger Ex-Schiffskoch Brenner) und Jürgen Schmidt (als quirliger Lexikon-Vertreter Heck). Die komödiantische Aufarbeitung kam gut an, da sie als neu empfunden wurde, ihre Probleme dem Publikum aber alle bekannt waren – einschließlich der Frage nach der Wunschkost. Eine Folge heißt bezeichnenderweise Ein hoffnungsloser Fall.
Heute gilt die Serie unter Nostalgikern und Fans des öffentlich-rechtlichen Fernsehens als kleiner, feiner Kult-Klassiker des humorvollen Medizin-Genres. Kritiker attestieren der Serie, trotz ihre Humors auch leicht menschelnde und gesellschaftskritische Töne anzuschlagen – etwa beim Thema Alter im Klinikalltag oder beim Aufeinandertreffen, mit ausländischen Mitbürgern in der Folge Jorgo. Nie verliert die Serie dabei aber den lockeren Charakter des Vorabendprogramms.
Darsteller: Unter anderem Dirk Dautzenberg, Jürgen Schmidt, Brigitte Grothum, Karl-Michael Vogler und Hellmut Lange.
Kurz nach der Ausstrahlung im Jahr 1984 erschien das offizielle Begleitbuch zur Serie im Ullstein-Verlag, Titel: Patienten gibt’s. Auch lesenswert!